Quellen zur Schweizer Film- und Kinogeschichte

Zwei Quellen zur Schweizer Film- und Kinogeschichte, verfügbar über die ETH Zürich:

  • Kinema online: Kinema (1911–1919, überliefert ab 1913) war die erste überregionale Filmzeitschrift der Schweiz und wurde zunächst von Georges Hipleh jr., dann von wechselnden Verlagsgesellschaften herausgegeben. Seit der Gründung des Schweizerischen Lichtspieltheater-Verbands im Jahr 1915 (heute: Schweizerischer Kino-Verband) war Kinema sein offizielles Organ. Das wöchentlich erscheinende Branchenblatt vertrat die Interessen der Schweizer Kinobetreiber und Filmverleiher.

 

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Konrad Zuse Internet Archive

Sammlung von Dokumenten des Computerpioniers Konrad Zuse (1910-1995).

Dieses Onlinearchiv bietet Einblick in die digitalisierten Originaldokumente aus dem Nachlass von Konrad Zuse. Diese Dokumente umfassen unveröffentlichte technische Zeichnungen, Fotografien, Manuskripte, Typoskripte und Stenogramme. Die Originale und die Vorlagen der Digitalisate liegen im Archiv des Deutschen Museums.

Quellen zur Mediengeschichte: Historische Lexika auf zeno.org

Auf zeno.org findet man eine Bibliothek historischer, mittlerweile gemeinfreier Werke aus allen Bereichen (Literatur, Kunst, Musik, Geschichte, Naturwissenschaften u.a.) sowie eine breite Sammlung historischer Lexika aus dem 19. Jahrhundert. In diesen lässt sich Mediengeschichte nachverfolgen, zum Beispiel über die Stichworte

Hier ein Überblick zur Begriffsgeschichte von „Medium“:

Historische Quelle (Technikgeschichte): Polytechnisches Journal (1820-1931)

Das Polytechnische Journal war eine der „der bedeutendsten technischen Zeitschriften deutscher Sprache des 19. Jahrhunderts“ und

wurde 1820 vom Augsburger Fabrikanten und Chemiker Johann Gottfried Dingler begründet. Mit einer Laufzeit von 111 Jahren ist diese Zeitschrift ein beispielloses, europaweites Archiv der Technik-, Wissens- und Kulturgeschichte.

Als Dingler-Online wurde in diesem Projekt des Instituts für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin der gesamte Bestand der Zeitschrift digitalisiert und frei verfügbar gemacht. Für Mediengeschichte einschlägig sind bspw. Beiträge zur Photographie, zum Kino („Kinematographie„), zum Fernsehen oder zum E. J. Marey’s Chronographen.

 

Digitale Repositorien und Sammlungen: Frankreich

Der Versuch einer Übersicht über zahlreiche französischsprachige OA-Repositorien:

Historische Quellen:

Le Cnum. Conservatoire numérique des Arts et Métiers, dort vor allem die Sammlung Technologies de l’information et de la communication; dort findet man z.B. die Études photographiques sur la locomotion de l’homme et des animaux (Paris : [Gauthier-Villars], 1883-1887) von Étienne-Jules Marey

Gallica ist die digitale Bibliothek der französischen Nationalbibliothek (BNF). Dort findet man z.B. von Alphonse Bertillon: Identification anthropométrique. Instructions signalétiques (Paris 1885) oder die Filmzeitschrift Cinéma. Annuaire de la projection fixe et animée (1911-1914) oder einzelne Ausgaben von Le Film : hebdomadaire illustré : cinématographe, théâtre, concert, music-hall (1919). Hier die Ergebnisse einer Recherche nach dem Stichwort „cinématographe“.

Wissenschaftliche OA-Repositorien:

Persée ist ein Repositorium französischsprachiger wissenschaftlicher Zeitschriften, vor allem aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Sammlung Arts (Histoire de l’art, Architecture) enthält u.a. die Zeitschrift Vibrations. Musiques, médias, société (1985-1991) (hier ein Themenschwerpunkt zu Filmmusik).

Die legendäre Zeitschrift Communications (1961-) ist ebenfalls (auf persée) vollständig online. Dort findet man beispielsweise zahlreiche Aufsätze von Roland Barthes (hier die Übersicht über alle Texte), etwa die Rhetorik des Bildes, oder den Real(ität)seffekt (hier eine deutsche Übersetzung). Oder die extrem einflussreiche Nummer 23 (1975) zu Psychoanalyse und Kino, mit Aufsätzen von Bellour, Metz, Baudry, Kristeva, Barthes, Guattari, Kuntze u.a. mehr.

érudit ist die Online-Plattform für frankophone wissenschaftliche Publikationen aus den USA und Kanada. Dort fidmnet man u.a. die zeitschrift Cinémas : revue d’études cinématographiques / Cinémas: Journal of Film Studies; sowie Intermédialités : histoire et théorie des arts, des lettres et des techniques / Intermediality: History and Theory of the Arts, Literature and Technologies. (Ausgaben sind zum Teil erst nach einer Frist online)

OpenEdition schließlich „est un portail de ressources électroniques en sciences humaines et sociales.“ Die plattform umfasst u.a. das Repositorium für wissenschaftliche Zeitschriften revues.org, dort findet man u.a.

und andere mehr.

 

 

 

Historische Quellen zur Projektions-Kunst

Die Firma Liesegang war ein auf Projektoren (Tageslicht, Multimedia) spezialisiertes Familienunternehmen aus Essen, das 1854 gegründet wurde. Die Väter, Söhne und Enkel der Familie haben zahlreiche Publikationen zu Projektionskunst, Kinematographie und Fernsehen publiziert. Eine Auswahl:

Von Paul Ed. Liesegang (1838-1906) (überarbeitet von F. Paul Liesegang):

Von Franz Paul Liesegang (1873-1949) (Eintrag der DNB):

Von Raphael Ed. Liesegang (1869-1947):

Weitere Quellen:

Weber/Weber (1836): Mechanik der menschlichen Gehwerkzeuge

Die Mechanik der menschlichen Gehwerkzeuge. Eine anatomisch-physiologische Untersuchung, von den Brüdern Wilhelm und Eduard Friedrich Weber erschien 1836 und war (nach Friedrich Kittler) der erste Versuch, das „Optisch-Unbewusste“, also das, was sich menschlicher Wahrnehmung entzieht, mit Hilfe von Formeln und Zahlen erst zu berechnen und anschließend im „lebendigen Bild“ zu visualisieren, mit anderen Worten: Weber/Weber stehen an einem (der vielen) Anfänge der Film- bzw. Bewegtbildgeschichte.

Der Hinweis auf die Weber-Brüder stammt übrigens vom Physiologien und Präsident der Akademie der Wissenschaften Emil Du Bois-Reymond, in einer Rede über Naturwissenschaft und bildende Kunst. Zur Feier der Leibniz-Sitzung der Akademie der Wissenschaften zu Berlin gehalten am 3. Juli 1890.

Siehe dazu auch: Stefan Rieger: „Die Semiotik des Lebens. Physiologie als Mediengeschichte“, in: Ulrich Bröckling u.a. (Hg.), Disziplinen des Lebens. Zwischen Anthropologie, Literatur und Politik, Tübingen: Gunter Narr 2004, (Literatur und Anthropologie; 20), 189-202, dort S. 200ff.