Linksammlung zu filmhistorischen Quellen

The Promise of Cinema. German Film Theory 1907-1933, (hg. v. Anton Kaes,  Nicholas Baer, Michael Cowen), University of California Press, 2016 versammelt 278 ins Englische übersetzte, urspüngliche deutschsprachige Beiträge (siehe Inhaltsverzeichnis) zur Filmdebatte aus der Zeit vor 1993 (vgl. hier und hier für entsprechende deutsche Anthologien).

Begleitend zur Publikation wurde eine ausführliche und hoch informative Website erstellt, die wiederum eine umfangreiche Linkliste auf mehr als dreißig deutschsprachige Filmpublikationen aus der Zeit vor 1933 enthält. Die Texte diskutieren u.a. die technischen, ästhetischen, moralischen und urheberrechtlichen Aspekte der Kinematographie. Auch der Kaiser im Film wird natürlich ausführlich gewürdigt, ebenso wie Kino und Erdkunde.

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BUCH: Volker Pantenburg: Farocki/Godard. Film as Theory


Die filmtheoretische Studie von Volker Pantenburg: Film als Theorie. Bildforschung bei Harun Farocki und Jean-Luc Godard (Bielefeld: transcript 2006) ist in der OAPEN Library in der englischen Übersetzung, ergänzt um ein neues Vorwort, veröffentlicht worden: Farocki/Godard. Film as Theory, Amsterdam University Press 2015 (weitere Informationen hier).

Zur Website von Volker Pantenburg hier.

»C’est le film qui pense«, sagt Jean-Luc Godard: Der Film mit seinen Bild- und Tonfolgen sei als eigenständige Form des Denkens aufzufassen und eröffne andere Reflexionsmöglichkeiten als die Sprache.
Dabei ist dem Medium Film die theoretische Abstraktion scheinbar fremd – zu sehen ist stets Konkretes: Ein Zug fährt in einen Bahnhof ein, Arbeiter kommen aus einem Fabriktor, eine Frau verkauft Zeitungen auf den Champs-Elysées. Angefangen mit den Montagetheorien des russischen Films hat es jedoch immer wieder Versuche gegeben, durch die Kombination von Einstellungen Theoretisches sichtbar zu machen; es nicht als Worte an die Bilder heranzutragen, sondern innerhalb des Mediums selbst zu artikulieren. Jean-Luc Godard und Harun Farocki arbeiten seit Jahrzehnten an einer solchen Praxis des »Films als Theorie«, in deren gedanklichem Zentrum der Schneideraum steht.

BUCH: Andreas Becker: Perspektiven einer anderen Natur (Bielefeld 2004)

Andreas Becker: Perspektiven einer anderen Natur. Zur Geschichte und Theorie der filmischen Zeitraffung und Zeitdehnung, Bielefeld: transcript 2004.

Mit der Möglichkeit der Raffung und Dehnung von Zeit eröffnet der Film Einblicke in Dimensionen, die der Alltag verwehrt. Eine Pflanze erblüht in wenigen Momenten, unscheinbare Gesten werden auf Minutendauer gestreckt. Bewegungen und Abläufe erschließen sich durch diese zeitliche Perspektivierung neu. Sie können redigiert und überformt werden.
Der Band zeichnet am Beispiel des dokumentarischen Films die historische Entwicklung dieser Verfahren nach und beschreibt – im Anschluss an Theorien Roman Ingardens, Walter Benjamins und Siegfried Kracauers – deren ästhetische Wirkung. Gezeigt wird, wie sich das Verständnis der Verfahren im Laufe der Filmgeschichte gewandelt hat.
Behandelt werden unter anderem Werke und Positionen Eadweard Muybridges, Leni Riefenstahls, Godfrey Reggios und die Zeitrafferexperimente Alexander Kluges.

(Verlagsinformationen)

Quellen zu Montagetheorien

Gerhard Schumm, Professor für Montage an der Hochschule „Konrad Wolf“, betreibt die sehr umfangreiche Website montagetheorien.de, auf der unter anderem jede Menge Texte zur Montage online gestellt sind sowie eine wirklich wirklich lange Literaturliste.

Auch für die „Berichte und Papiere für Medienwissenschaft“ der Uni Hamburg  hat Schumm eine etwas ältere (Stand: März 2001), aber ausführliche Arbeitsbibliographie zu Montagetheorien zusammengestellt.

Erwähnt werden muss hier natürlich auch die Jubiläumsnummer der Zeitschrift montage AV (20/1/2011) mit zur [montage]. (Inhaltsverzeichnis siehe unten.)

Update

Ebenfalls online stehen…

… die Hausarbeit von Sarah Agbeyegbe (Uni Potsdam, WS 2002/03) „Die Montage – ein filmgeschichtlicher Abriss zu kinematografischer Wirkung und Funktion“;

… eine Website zum Schnitt der Deutschen Filmakademie;

… sowie (ebenfalls dort) Interviews mit Cutterinnen (auch hier und hier). (Hier geht’s zu allen Interviews mit Filmemacher:innen.)

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Lexikon der Filmbegriffe – Nachschlagewerk für Studium und Wissenschaft

Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel

Über 7700 Einträge zu …

… Gattungen, Genres, Stoffe, Motive, Figuren;technische und handwerkliche Redeweisen und Bezeichnungen; Begriffe der Kinopraxis, Produktion, Aufführungswesen; Institutionen des Films, Produktionsfirmen, Studios, Archive, Gesellschaften, Preise; theoretische Konzepte, Filmwissenschaft.

Dissertation: Mit John Dewey im Kino

Dissertation von Daniel Kramp: Mit John Dewey im Kino (Universität zu Köln 2012)

Abstract:
Im Jahr 1934 veröffentlicht John Dewey „Art as Experience“. Im Rahmen dieser pragmatistischen Kunsttheorie versucht Dewey die verbindung zwischen Kunst und alltäglichem Erleben/Erfahren („Experience“) wieder herzustellen. Zu diesem Zweck formuliert Dewey eine Rezeptionsästhetik, in der die klare Trennung zwischen KünstlerIn – BetrachterIn – Kunstobjekt aufgehoben wird im Prozess des eigentlichen Kunsterlebens („Work of Art“).

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